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„Das Gleiten, Flimmern, Irisieren und Vibrieren seiner Musik"

Die Querwind Flötentage Staufen sind seit vielen Jahren nicht nur ein inspirierendes Festival für Querflötisten. Auch für Musikliebhaber sind sie ein lohnendes Ziel. Während sich Flötisten in Workshops und Meisterkursen bei renommierten Profis in der BDB-Musikakademie auf ihrem Instrument weiterbilden, kommen sie in der Konzertreihe auf ihre Kosten. Anlässlich seines 100. Todestages stellt sie in diesem Jahr den französischen Komponisten Claude Debussy in den Mittelpunkt.

Seit der Flöte des „Fauns" atme die Musik anders, behauptete Pierre Boulez und der französische Komponist und Dirigent hatte Recht. Beide Werke haben entschieden dazu beigetragen, Claude Debussy als Ahnherrn der Neuen Musik zu etablieren. Das Gleiten, Flimmern, Irisieren, leichte Beben und Vibrieren seiner Musik, feinnervig der diskreten Farbgebung anvertraut und von einem fragilen formalen Gerüst gehalten, geben ihn als ein Genie von Instrumentierung, Harmonie und Motivbehandlung und als hellsichtigen Künstler zu erkennen. Aus dem Repertoire für Querflöte sind die Werke von Claude Debussy nicht weg zu denken. Ist die Querflöte für Debussy doch ein Instrument der mythi-schen Natur, dem es wie keinem anderen gelingt, die „correspondance mystérieuse de la nature et de l'imagination", die geheimnisvolle Korrespondenz zwischen Natur und Einbildungskraft aufzuspüren. 

Grund genug also, die Werke von Claude Debussy anlässlich seines 100. Todestages in den Mittelpunkt der Konzertprogramme der Querwind Flötentage zu stellen. „Einflüsse und Kontrapunkt" unter diesem Motto arrangieren die beiden künstlerischen Leiter Rudolf Döbler und Robert Pot im Eröffnungskonzert um die Debussy Werke Deux Arabesques, Le Petit Nègre und Petite Suite herum ein spannungsreiches Programm aus Werken von Komponisten, die Debussy beeinflussten oder von ihm beeinflusst wurden. Das birgt neben Werken von Michel Blavet, Christoph Kieser, Otar Taktakishvili, Peter Lamb, Philippe Gaubert, Ernesto Köhler und Franco Margola so manche Überraschung: Einen Ragtime von Scott Joplin etwa oder die von der indonesischen Gamelanmusik inspirierten Werke von Theo Smit Sibinga. Den roten Faden aus dem Eröffnungskonzert greift Stephanie Winker, Professorin für Flöte an der Musikhochschule Frankfurt, im Meisterkonzert erneut auf. Neben dem 2. Konzertstück von Joachim Andersen und der Triosonate in G-Dur von Johann Sebastian Bach wird sie die beiden Debussy-Klassiker Syrinx, längst ein zentrales Standardrepertoirewerk und eines der poetischsten Stücke für Flöte solo, und die Sonate in G-Moll spielen. 

Daran wird die renommierte Flötensolistin und Professorin an der Hochschule für Musik und Theater in München Andrea Lieberknecht in der zweiten Konzerthälfte nahtlos anknüpfen. Mit dem Flötensolo Voice von Toru Takemitsu wird sie ein Werk hoher klanglicher Sensibilität darbieten und dem Publikum einen Komponisten vorstellen, der ebenfalls stark von Debussy beeinflusst ist. Im Mittelpunkt der zweiten Konzerthälfte wird indes die technisch anspruchsvolle Sonate in D-Dur op. 94 von Sergej Prokofjev stehen. Inmitten des Zweiten Weltkrieges komponiert, strahlt die Sonate lichte Daseinsfreunde aus und setzt dem Chaos und Horror des Krieges Maß, Frieden und einen lyrisch-strahlenden Charakter entgegen. 

Den klangvollen Abschluss der Konzertreihe wird die Querflötenlegende Peter-Lukas Graf mit dem Solistenkonzert machen. Nach seinem fulminanten Konzert bei Querwind 2017 kehrt der 89-jährige Schweizer Flötist mit einem inspirierten Programm nach Staufen zurück, das ebenfalls nicht ohne leise Anspielungen auf Claude Debussy auskommt. So wird Graf neben der F-Dur-Sonate von Georg Friedrich Händel, den Drei Humoresken von Joseph Lauber und Mei von Kazuo Fukushima auch das viersätzige Stück „Joueurs de flûte" von Albert Roussel aufführen. Es ist auf Anregung des Flötisten und Musikverlegers entstanden ist, der Syrinx 1913 uraufführte und dem Claude Debussy das Stück widmete, nämlich Louis Fleury. In jedem der vier Einzelteile, versucht der Komponist in dem Stück „Joueurs de flûte" mit verschiedenen Rhythmen, Harmonien und Klangfarben die Charaktere verschiedener Flötenspieler aus Mythologie, Religion und Literatur nachzuzeichnen. 

Von unterschiedlicher Couleur sind auch die 65 Flötisten, die in diesem Jahr wieder das Flötenfestival in der BDB-Musikakademie besuchen. Sind hier doch vom Flötenschüler über den ambitionierten Amateur bis zum Vollprofi alle in der Liebe zur Querflöte vereint. Jeder mit seiner eigenen Klangfarbe. Und insofern passt dieses Stück wie kein anderes in die Konzertreihe der Querwind Flötentage. 

Info: Die Konzert der Querwind Flötentage in der Übersicht.

Donnerstag 10.5.2018, 20:00 Uhr, Eröffnungskonzert, Claude Debussy zum 100. Todesjahr
- Einflüsse und Kontrapunkte -
mit dem Ensemble 7211 (Rudolf Döbler und Robert Pot, Flöten und Hagen Reisbach, Klavier) und weitere Dozenten der Flötentage spielen Werke von Claude Debussy, Michel Blavet, Christoph Kieser, Otar Taktakishvili, Peter Lamb, Philippe Gaubert, Ernesto Köhler, Franco Margola, Scott Joplin und Theo Smit Sibinga.
Yoko Müller-Takahashi - Klavier, spielen Werke von Johann Sebastian Bach, Joachim Andersen, Claude Debussy, Toru Takemitsu und Sergej Prokovjev.


Samstag 12.5. 2018, 20:00 Uhr, Solistenkonzert, Peter-Lukas Graf und Yoko Müller-Takahashi, Klavier, spielen Werke von Georg Friedrich Händel, Joseph Lauber, Albert Roussel, Philippe Gaubert und Kazuo Fukushima.

Eintrittskarten für alle Konzerte sind an der Abendkasse erhältlich. Telefonische Karten-Reservierung unter 07633 92313-0.

Im Rahmen der Querwind Flötentage findet in der BDB-Musikakademie zudem eine öffentliche Instrumenten und Noten-Ausstellung statt mit Neuheiten vom Instrumenten-, Zubehör- und Noten-markt. Die Ausstellung wird am Donnerstag, 10. Mai 2018 mit einem Late-Night-Open eröffnet und hat am Freitag, 11.Mai 2018 von 9 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Freitag 11.5. 2018, 20:00 Uhr, Meisterkonzert, Andrea Lieberknecht und Stephanie Winker - Flöte,



Peter-Lukas Graf wird neben seinem Meisterkurs und einem Podiumsgespräch zwei 30-minütige Lektionen zu folgenden Themen anbieten: „Buchvorstellung mit Beispielen: The Singing Flute" und „Wie erhielt ich mich flötistisch in Form?".

Wir freuen uns, dass Tilmann Dehnhard neben seinem Workshop „Improvisation im Unterricht - Vom Umgang mit Playalongs" das Basispaket für alle Teilnehmer mit zwei zusätzlichen Workshops bereichern wird. 

Im Workshop „Soundpainting" können die Teilnehmer erleben, wie spontanes Zusammenspiel in einer Echtzeitkomposition realisiert werden kann. Soundpainting ist eine Zeichensprache, die 1974 vom New Yorker Komponisten Walter Thompson erfunden wurde. Sie wird von Musikern, Tänzern, Schauspielern und andern Künstlern verwendet. Bis heute ist so eine Sammlung von mehr als 1200 Zeichen entstanden, die der Dirigent nutzt, um die Gruppe in ihrer Performance anzuleiten.

Im Workshop „Beatboxing" wird Tilmann Dehnhard die Flötenklänge der Teilnehmer in Schlagzeugrhythmen verwandeln.

 



QUERWIND steht für ein innovatives Unterrichts- und Vermittlungskonzept für Querflöte und zugleich für einen Ort der Begegnung Flöte-spielender Menschen vom Amateur bis zum Profi. 
Amateure werden in ihrem Können abgeholt und kommen zugleich mit flötistischen Spitzenleistungen in Berührung. Musikstudenten und Profis erleben in einer „Hochschule auf Zeit" neben Meisterkursen auch wesentliche Unterrichtsinhalte jenseits des regulären Hochschulbetriebs.

QUERWIND bietet an 4 Tagen unterschiedlichste Unterrichtsformate. Es gibt vier parallele Kurslinien. Sie können sich entscheiden, ob Sie, - beispielsweise auch als komplettes Flötenregister - im Flötenorchester spielen, mit Gleichgesinnten in kleinen Gruppen Kammermusik spielen, oder sich ganz auf die solistische Fortbildung im Meisterkurs konzentrieren möchten. In allen Kurslinien profitieren Sie von zahlreichen Workshops und anderen Formaten. An junge Flötistinnen und Flötisten bis 14 Jahren und ihre Flötenlehrer wendet sich unser Schnuppertag flute4you.

Erfreulich positiv wurde unser reformiertes Kurskonzept im vergangenen Jahr angenommen. So gehen wir voller Zuversicht mit kleinen Neuerungen in die Zweitauflage von Querwind. Wir freuen uns über die Meisterkursdozenten Peter-Lukas Graf, Andrea Lieberknecht und Stephanie Winker. Der innovative Flötist Tilmann Dehnhard wird die jungen Flötistinnen und Flötisten mit Soundpainting zum Zusammenspiel motivieren und Flötenlehrern Tipps aus seiner reichen Jazzerfahrung geben. Christoph Haarmann wird flute4you durch Ensemblespiel ergänzen. Mit den Kammermusikdozenten setzen wir auf das bewährte Team aus 2017. Die zahlreichen weiteren Themen und Unterrichtsformate finden Sie - nach und nach aktualisiert - auf dieser Website.
Wir würden uns freuen, Sie in Staufen begrüßen zu dürfen!

Robert Pot und Rudolf Döbler
Künstlerische Leiter 
Querwind


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